Zahnstangen Servolenkgetriebe
Allgemein:
Die Technologie, die sich hinter der Servolenkung verbirgt ist heute zumeist noch
ein hydraulisches System. Der hydraulische Antrieb (HPS) (HPS = Hydraulic Power Steering) funktioniert mittels der Servopumpe, dem Ölvorratsbehälter, dem Lenkgetriebe
und den dazugehörigen Druckleitungen.
Das Lenkgetriebe wandelt die Drehbewegung des Lenkrads in ein Schwenken der Räder
um und vergrößert (übersetzt) die Handkraft des Fahrers/der Fahrerin. Beim Zahnstangen-Lenkgetriebe
greift ein Ritzel in eine Zahnstange ein. Das Ritzel wird über die Lenkspindel durch
das Lenkrad betätigt. Mit der Zahnstange bewegen sich die Spurstangen, die ihrerseits
die Bewegung über die Spurstangenhebel auf die Räder übertragen. Grundsätzlich ist
eine direkte Lenkung wünschenswert. Allerdings fordert dies entsprechend Kraft vom
Fahrer/von der Fahrerin. Da jedoch eine Lenkkraft von 250 N am Lenkrad nicht überschritten
werden soll, setzt man eine Hilfskraftlenkung (Servolenkung) ein.
Funktionsprinzip
Beim Lenken drehen sich zunächst der Ventilkörper und der Drehschieber gemeinsam.
Dadurch öffnet sich das Ventil nicht. Treten jedoch Lenkwiderstände auf, verdreht
sich der Torsionsstab in Abhängigkeit von der Lenkkraft. Dabei wird der Drehschieber
gegenüber dem Ventilkörper ausgelenkt und öffnet die entsprechenden Kanäle. Der
Zylinder wird dadurch auf der entsprechenden Seite mit Druck beaufschlagt. In der
Mittelstellung des Ventils (Torsionsstab nicht verdreht) wird das gesamte Volumen
der Hydraulikpumpe drucklos in den Tank (Behälter) geleitet. Dadurch wird eine unnötige
Erwärmung des Öls und ein hoher Energieverbrauch vermieden. Fällt die Hilfskraft
aus (z. B. bei defekter Pumpe oder bei stehendem Motor) ist ein Lenken noch möglich.
Ohne Unterstützung ist die erforderliche Kraft am Lenkrad allerdings wesentlich
höher.
Aufarbeitung Servolenkgetriebe
Die Aufarbeitung der Servolenkgetriebe wird nach fest vorgegeben Arbeitsschritten in unserm
Hause durchgeführt. Alle Artikel durchlaufen einen streng kontrollierten, definierten
Arbeitsprozess.
Er gliedert sich in
5 Stufen:
Demontage des Altteils
Vor der Demontage des Lenkgetriebes wird eine Sichtkontrolle vorgenommen (Gewinde, Leitungen, Gehäuse, Spurstangen und Anbauteile). Anschließend wird die Servolenkung
komplette demontiert und in alle ihrer Einzelkomponente zerlegt. Hiernach folgt
das Entfernen aller alten
Verschleißteile sowie deren Fach- und Umweltgerechten Entsorgung. Nach diesem Arbeitsschritt
wird eine erneute Sichtprüfung aller Einzelkomponenten vorgenommen.
Reinigung
Durch unsere verschiedenen eingesetzten Verfahren ist eine hochwertige Reinigung
der einzelnen Bauteile sichergestellt. Folgende Verfahren kommen zum Einsatz:
- Reinigung mit speziellem Kaltreiniger
- Reinigung mit Industrie-Heißwaschanlage
- Reinigung durch Strahlverfahren
Montage
Vor der Montage des Lenkgetriebes werden alle nötigen Montageanleitungen und Werkzeuge
für den jeweiligen Pumpentyp bereitgestellt. Die Montage der Lenkung erfolgt
unter größter Sorgfalt und nur unter Verwendung neuer Verschleißteile (Dichtringe,
Simmerringe, Laufbuchsen, Kugellager).
Endfunktionstest
Alle Lenkgetriebe unterlaufen nach der Montage einer 100% Prüfung und werden nach
Herstellerangaben auf Ihre Funktion getestet.
Jedes Lenkgetriebe wird mit einer eindeutigen
Seriennummer versehen und die Arbeitsschritte und Testwerte dokumentiert. Anhand
dieser Seriennummer können wir alle Arbeitsschritte, Testwerte und verbaute Materialien
nachvollziehen.
Der Endfunktionstest ist dem Einsatz im Fahrzeug stark angelehnt und umfasst unter
anderem:
- mechanisches Spiel des Lenkgetriebes
- Drehmomentwert an der Lenkspindel (mechanischer Zustand)
- Drehmomentwert an der Lenkspindel (hydraulischer Betriebszustand im Leerlauf)
- Drehmomentwert an der Lenkspindel (hydraulischer Betriebszustand unter Last, Simulation
von Lenken des Fahrzeuges im Stillstand)
- hydraulischer Funktionstest der Lenkspindel (in gestuften Lastzuständen)
- hydraulischer Dichtheitstest ( in gestuften Lastzuständen)
- pneumatischer Dichtheitstest ( zur Auffindung selbst kleinster Undichtigkeiten)
Lackierung und Verpackung
Nach dem Bestandenem EOL Test ( EOL = End of Line) werden die Lenkgetriebe zur Lackierung
weitergeleitet. Nach dem Lackieren erhalten diese ein Label und die Verschlussstopfen
werden gewechselt. Anschließend werden die Lenkgetriebe verpackt (in Verbindung mit
dem Produktionsdatum auf der Kartonage) und sind dann verkaufsfähig.
Schematische Darstellung des Ölflusses
Legende:
ROT : Vorlauf mit Systemdruck
GELB : Rücklauf drucklos
Betriebsart Mittenstellung:
Betriebsart Linkeinschlag:

Betriebsart Rechtseinschlag:

Aufarbeitung Lenkgetriebe in Bildern
Unbearbeitetes
Lenkgetriebe Altteil
Lenkgetriebe gereinigt in Einzelteile
Neuer Dichtsatz Lenkgetriebe
Lengetriebe auf Lenkungstester
Lackierung Lenkgetriebe
Verpacktes Lenkgetriebe